Den Vorsprung halten

Gleistein Ropes behauptet als Innovationsschmiede seit vielen Jahren einen internationalen Führungsanspruch. Und der muss immer wieder aufs Neue eingelöst werden: Nur wer die Zukunft des Seils immer im Blick hat und sich aktiv in der Entwicklung textiler Verbindungslösungen der nächsten Generation engagiert, kann seinen technologischen Vorsprung langfristig halten und ausbauen!

Einige Beispiele:

Wissen, wann Schluss ist: Smart RopEx, das intelligente Seil

  • Monitoringsystem zur genauen Bestimmung des Versagenszeitpunkts
  • Chemiefaserseile sind Drahtseilen technisch meist überlegen, aber teurer
  • Gleistein ist Entwicklungspartner der RWTH in Aachen

Wann muss ein Seil eigentlich erneuert werden? Lapidare Antwort: Bevor es kaputt geht … bei den allermeisten Anwendungen kommt das Szenario, dass ein Seil irgendwann durchreißt, überhaupt nicht in Frage. Gerade wenn es um Sicherheit geht. Das bedeutet aber in der Praxis: Ein Seil muss erneuert werden, solange es noch voll intakt ist!

High-Tech-Tauwerk – gerade solches, das sich dazu eignet, schwere Drahtseilsysteme zu ersetzen – wird aus hochmodularen Fasern hergestellt. Sie vereinigen Leistungsvermögen und Präzision von Stahl mit dem Gewicht und den Handlingeigenschaften von Chemiefasern. Sie ermöglichen leichtere Konstruktionen mit höherer Lebensdauer, sind aber auch deutlich teurer. Umso wichtiger wird es, genau vorhersagen zu können, wie lange ein Seil wirklich hält. Und wer sollte das besser wissen, als das Seil selbst? Unter dem Projektnamen Smart RopEx forscht die RWTH, die technische Hochschule in Aachen, gemeinsam mit profilierten Partnern aus der Praxis derzeit an einem Monitoringsystem zur genauen Bestimmung von Seilzustand und Versagenszeitpunkt. Gleistein Ropes ist von Anfang an mit im Boot. Das intelligente Seil passt einfach zu uns!

... macht kaputt, was nicht kaputt geht: Das neue Prüflabor

  • Modernste Ausstattung auf Weltklasse-Niveau
  • Drei Reißmaschinen, bis 300 t Reißkraft
  • Individuelle Prüfprogramme zur Simulation von Schwell- und Dauerlasten
  • Ermöglicht perfekt dimensionierte Seile durch maßvollen Rohstoffeinsatz
 

Seile von Gleistein werden immer besser: Neue Materialien, ausgefeiltere Konstruktionen und größere Durchmesser lassen ihr Leistungsvermögen stetig wachsen. Schon lange sind die Grenzen der meisten Textillabore bei der sicheren Bestimmung von Bruchlasten dicker Trossen gesprengt. Anstelle dessen werden die Werte hochgerechnet, wobei Verseilverluste und erhebliche Sicherheitsfaktoren einkalkuliert werden müssen.

Herausfinden, was ein Seil wirklich leistet, kann man nur auf die ganz harte Tour: Indem man es kaputt macht! Im Juni 2011 hat Gleistein Ropes sein mit neuesten Anlagen ausgerüstetes Prüflabor in Betrieb genommen. Hier werden Seile mit höchster Präzision bei Zugbelastungen von bis zu 300 Tonnen auf die Zerreißprobe gestellt. Das entspricht dem Gewicht von 150 Luxuslimousinen. Mit insgesamt drei Reißbänken deckt das Labor alle Größenordnungen ab und ermöglicht neben der klassischen Bruchlastmessung auch individuelle Prüfprogramme zur exakten Simulation von Schwell- und Dauerbelastungen, sowie Bewässerungssituationen oder weiterer praxisnaher Einflüsse – eine überlegene Ausstattung, auch im internationalen Maßstab! Das ermöglicht die Entwicklung von Seilen, die bei optimiertem Rohstoffaufwand exakt den geforderten Spezifikationen entsprechen. Tauwerklösungen von Gleistein werden in Zukunft also nicht nur noch leistungsfähiger sein, sondern auch noch leichter und ökonomischer!

Download Gleistein Ropes Prüflabor Flyer.

SkySails: frischer Wind für die kommerzielle Seefahrt

  • SkySails-Drachen wird von einem solitären Tragseil gehalten
  • Bis zu 50% Treibstoffersparnis
  • HighTech-Seil aus gerecktem Dyneema® mit integriertem Leiterkabel
  • Drachen mit 16 t Zugkraft bereits erfolgreich in Serie, 32 t in der Erprobungsphase


In Zeiten steigender Energiepreise ist die unerschöpfliche Ressource Wind wirtschaftlich wieder attraktiv. Mit den Großseglern vergangener Jahrhunderte hat die SkySails-Technologie allerdings nichts zu tun: Das System lässt sich mit jedem modernern Schiffskonzept kombinieren und ist nachrüstbar. Abgesehen von der Startvorrichtung am Bug beansprucht es keinen Platz an Deck. Ein großer Drachen zieht 300 Meter über dem Schiff seine Bahn in der Form einer liegenden Acht. In dieser Höhe weht der Wind wesentlich gleichmäßiger und kräftiger. Die hier gesammelte Energie ermöglicht bis zu 50 % Treibstoffersparnis und wird mit einem einzigen Tragseil auf das Schiff übertragen.

Und genau um dieses Seil geht es: Es muss unter ständigen Wechselbelastungen und hohem Dauerstress auf lange Zeit ermüdungsfrei funktionieren und sich als modularer Bestandteil im Gesamtsystem bewähren. Als Innovationspartner ist Gleistein deshalb von Anfang an mit dabei und hat eine spezielle Variante von DynaOne HS entwickelt, ein extrem leichtes Dyneema-Rundgeflecht, das zur Optimierung von Festigkeit und Dehnungsverhalten thermisch gereckt wird. Der eigentliche Vorsprung steckt aber in den vielen Details. So wurden für die Endanbindungen vollkommen neue Techniken entwickelt und im Inneren des Seils ist ein elektrisches Leiterkabel eingearbeitet, das die Steuergondel am Zugdrachen mit Strom und Schaltimpulsen versorgt.

Systeme mit 8 und 16 Tonnen Zugkraft sind bereits erfolgreich in Serie, die 32 Tonnen-Version ist im Praxistest, bis 130 Tonnen reicht die Planung. Gleistein geht die Herausforderung mit!

Tauziehen 2.0: Erst die Recktechnologie holt aus Dyneema® alles heraus

  • Drastische Verbesserung der Festigkeit und Dehnung von Dyneema®-Seilen
  • Kontinuierliches Verfahren auf selbst konstruierten Reckanlagen
  • Optimierte Materialausnutzung + Verdichtung des Seilquerschnitts
  • Bis zu 50% höhere Bruchlast im Vergleich zu durchmessergleichen unbearbeiteten Seilen


HMPE steht für hochmodulares Polyethylen und ist die Zauberformel für die meisten Seile im High-End-Bereich. Das schwimmfähige Material ermöglicht federleichtes Tauwerk mit Festigkeiten und Dehnungseigenschaften von Stahl und unser sortenreines HMPE-Tauwerk DynaOne hat sich als „textiler Drahtseilersatz“ inzwischen fest am Markt etabliert. Gleistein verwendet ausschließlich HMPE des Technologie- und Marktführers DSM Dyneema® und hat sich bereits frühzeitig auf die Erforschung und optimale Nutzung des hochwertigen Rohstoffs konzentriert. Ein Ergebnis dieser Arbeit ist die Recktechnologie, genauer das thermische Recken. Aber was bedeutet das eigentlich?

Herkömmliche Fasern haben eine hohe elastische Dehnung. Deshalb reißt eine stärker vorgespannte Faser im Seil nicht durch, bevor ihr eine schwächer gespannte zu Hilfe kommen kann. Je geringer aber die Dehnung des Rohmaterials ist, desto mehr kommt es darauf an, dass alle Fasern gleichmäßig vorgespannt sind. Das thermische Recken bewirkt, dass sich die Spannungsunterschiede im bereits geflochtenen Seil ausgleichen, indem es unter Einfluss von Wärme kontrolliert auf Zug gebracht und anschließend langsam wieder abgekühlt und entspannt wird. Das passiert in einem kontinuierlichen Verfahren auf eigens hierfür in unserer Maschinenbauabteilung konstruierten und hergestellten Reckanlagen.

Dieses Setzen unter Hitze, auf englisch heat set, bewirkt neben der optimierten Ausnutzung des Rohstoffs aber auch eine Verdichtung des Seils, was die Aufnahme von mehr Fasern pro Querschnittsfläche bedeutet. Beide Effekte multiplizieren sich zu extremen Festigkeitszuwächsen von bis zu 50% im Vergleich zu unbearbeiteten Dyneema®-Seilen oder -kernen gleichen Durchmessers. Gleistein-Produkte auf Basis von gerecktem Dyneema® sind mit dem Kürzel HS gekennzeichnet.

Unten drunter ein Hauch von nichts: Carbonized GripFibre

  • Imprägnierungen und Avivagen beeinflussen die Eigenschaften von Seilen gezielt
  • Gleistein erprobt die neuen Materialien und entwickelt Produkte für die Praxis
  • Carbonized GripFibre verbessert den Kraftschluss zwischen Kern und Mantel
  • Verarbeitung als hauchdünner Zwischenmantel oder Faserbeimischung
 

Eigentlich liegt die Sache klar: Was Seile können, wird maßgeblich bestimmt durch das Zusammenspiel aus Konstruktion und Rohstoffen. Doch es gibt noch eine dritte Kraft: Mit Imprägnierungen und Avivagen, also Beschichtungen und Faserbeimischungen, lassen sich die Eigenschaften von Seilen stark beeinflussen. Sie schützen gegen Beschädigung durch Abrieb, Licht und chemische Zersetzung, verhindern das Eindringen von Wasser und Schmutz, beeinflussen gezielt technische Charakteristika, wie Flexibilität und Gleiteigenschaften. Auf diesem Gebiet gibt es ständig neue Produkte und Möglichkeiten, aber erst der Praxistest bringt zutage, ob und wie sie funktionieren. In unserer Forschungsabteilung experimentieren wir ständig mit neuen Materialien und Verarbeitungstechniken, um marktfähige Produkte mit eindeutig bestimmten Vorteilen zu entwickeln. Ein aktuelles Beispiel:

Carbonized GripFibre wirkt im Inneren der aktuellen Generation von Dyneema®-Doppelgeflechten: Die High-Tech-Faser optimiert die Verbindung zwischen HMPE-Kern und schützendem Mantel. Traditionell wird gerade bei Yachttauwerk ein wolliger Zwischenmantel aus Polyester Stapelfasern eingearbeitet, um den Kraftschluss im Stopper sicherzustellen. Doch der wiegt und braucht Platz. Beim Klassiker MegaTwin Dyneema hält jetzt ein hauchdünner Zwischenmantel aus Carbonized GripFibre Einzug. Er reduziert die Kernmantel-Verschiebung weiter auf Null und schafft gleichzeitig Platz für mehr Kern – das bringt höhere Festigkeit bei gleichem Durchmesser. Aber da geht noch mehr: Die High-End-Produktlinien MegaTwin T4 und RunnerTwin haben gar nichts drunter … Carbonized GripFibre wird hier als Faserbeimischung im Dyneema Kern verarbeitet. Für bestes Verhalten auf Winschen und Rollen bei maximaler Querschnitts-Ausnutzung, optimierter Spleißbarkeit und erhöhter Wirtschaftlichkeit. Hört sich einfach an, doch der Weg dorthin führt über jahrelange Entwicklungs- und Optimierungsarbeit.